Stromkrieg an der Edertalschule

Abiturienten des Physik-Leistungskurses präsentieren Geschichte der Elektrizität

stromkrieg an der edertalschule 120516Der Physik-Leistungskurs der Q4 zeigte am 11.5. eine Präsentation zum Thema Geschichte der Elektrizität. In den letzten dreieinhalb Wochen der Unterrichtszeit hatten sich die Schülerinnen und Schüler auf zahlreiche Experimente vorbereitet, um sie dem Publikum, das sich aus Eltern, Schülerinnen und Schülern anderer Physikkurse sowie einer stattlichen Zahl Lehrerinnen und Lehrern zusammensetzte, vorzustellen. Schulleiter Herr Hermes begrüßte die Gäste, lobte die Veranstaltung als weiteren Baustein im MINT-Programm der Edertalschule und dankte den Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz. Immerhin befinden sie sich gerade mitten im Abiturprüfungsmarathon.
Durch das einstündige Programm führten die Schülerinnen Isabell Drath und Jana Roth, die das Publikum über  die Lebensgeschichte der angesprochenen Physiker und die historischen Zusammenhänge der Ereignisse informierten. Zunächst  befassten sich Daniel Moretz, Fabio Lange und Alexander Bille mit Oerstet und Faraday und zeigten den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Magnetismus sowie die Grundlagen der elektromagnetischen Induktion.
Werner von Siemens entwickelte die ersten industriell einsetzbaren Elektromotoren und die Dynamomaschine, die von Sebastian Debes und Stefan Schulte demonstriert wurden. Sie erläuterten die verschiedenen Typen von Elektromotoren, die eben teilweise mit Gleichstrom, Wechselstrom oder Drehstrom zu betreiben sind.
Anschließend wurde das Publikum über den Stromkrieg in den 1890er-Jahren informiert, bei dem Edison, Tesla, Westinghouse und andere die zentralen Figuren waren. Dabei ging es um die Frage, ob Gleich- oder Wechselstrom die USA zukünftig mit elektrischer Energie versorgen sollte.  Sieger war hierbei der Wechselstrom. Dies liegt daran, dass man dessen Spannung mit Transformatoren vergrößern kann, was bei gleicher Leistungsübertragung eine geringere Stromstärke und damit geringere Verluste in den Leitungen zur Folge hat. Die Funktionsweise eines Transformators wurde von Marvin Leisge erläutert. Moritz Ruhwedel präsentierte dem Publikum den Hochstrom- und den Hochspannungstrafo, bevor Tim Engel das Prinzip der Hochspannungsleitung an einem Modellexperiment demonstrierte.
Dann kam man zur Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz in den 1880er-Jahren und der Entwicklung des Rundfunks, der ab den 1930er-Jahren die Menschheit als erstes elektronisches Massenmedium mit Informationen und Unterhaltung versorgte. Robin Mattner und Jens Weisheit erklärten den Zuschauern den elektromagnetischen Schwingkreis und die Erzeugung ungedämpfter Schwingungen. Danach wurde das Publikum Zeuge einer Musikübertragung auf Basis einer amplitudenmodulierten UKW-Trägerwelle innerhalb des Hörsaals P2.
Den Abschluss bildeten Wimmel Wick  und Emil Skrentny. Sie präsentierten den Thomsonschen Ringversuch sowie die elektrodenlose Ringentladung eines Gases. Hier ging es darum zu zeigen, dass in der Elektrodynamik im Gegensatz zur Elektrostatik elektrische Wirbelfelder existieren - eine wichtige Erkenntnis, die in den Maxwell-Gleichungen steckt, der theoretischen Grundlage des Elektromagnetismus.
Die Schülerinnen und Schüler erhielten für ihre Präsentation vom Publikum viel Applaus und bedankten sich bei ihrem Kursleiter Herrn Starck mit einem riesigen Blumenstrauß für zwei erkenntnisreiche Jahre im Physikleistungskurs. Dieser lobte die Jungphysikerinnen und -physiker für ihr großes Engagement, das sie während der gesamten zwei Leistungskursjahre gezeigt hatten.