Phytophthora infestans ist ein Schadpilz und löst bei Tomaten die sogenannte Braunfäule aus, die Tomaten werden braun, matschig, faulig. Die Blätter verwelken und die Pflanze stirbt letztendlich – ein Horror für jeden Kleingärtner.
Wie kann man diesem Pilz mit möglichst schonenden Haushaltsmitteln zu Leibe rücken, um die heimische Ernte dabei vielleicht sogar zu retten. Das war die herausfordernde Idee, die Anna Berghöfer und Lilli Engelmann (beide Q4) vor fast 2 Jahren hatten und der sie in ihrem Jugend forscht-Projekt unter Betreuung von Herrn Croll nachgingen.
Für die nötigen Experimente musste der Pilz auf sogenannten Agar-Platten unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet werden. Zunächst sollte er dabei von einer infizierten Tomaten-Pflanze isoliert werden. Aber dort wachsen alle möglichen Pilze, selektiv anzüchten konnten die beiden Jungforscherinnen ihn nicht. Dies war im Laufe der Zeit erst möglich, nachdem Anna und Lilli Kontakt zu einer Forschungsgruppe in München aufgenommen hatten, die mit dem Pilz arbeitete und ihn den beiden Edertalschülerinnen zur Verfügung stellten. Neben verschiedenen Antibiotika (verhindern Bakterienwachstum) und spezifischen Fungiziden (verhindern das Wachstum anderer Pilze) konnte der Pilz schließlich kultiviert werden.
Für experimentellen Rat und viele zusätzlichen Analysen stand dabei der ehemalige Edertalschüler Alexander Zülch, der mittlerweile seine Doktorarbeit in der Mikrobiologie schreibt, den beiden Jungforscherinnen zur Verfügung – ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle.
Anna und Lilli konnten schließlich erste Experimente mit verschiedenen Wirkstoffen durchführen. Doch wieder stellte sich Phytophthora infestans als hartnäckiger Pilz dar – durch verschiedene Faktoren war es schwierig, systematisch auswertbare Daten zu erhalten.
Für beide Edertalschülerinnen steht nun das Abi an, sodass sie das Jugend forscht-Projekt hier beenden mussten und nicht am Wettbewerb teilnehmen konnten. Trotzdem können beide Ihre Forschungen nutzen, um daraus eine fachwissenschaftliche Arbeit für das MINT-Zertifikat zu schreiben, das sie dann mit dem Abi-Zeugnis bekommen.
Aber Jugend forscht geht weiter: Luisa, Milla und Veronika (alle Q4, betreut von Herrn Evers und Frau Kroh) nehmen am diesjährigen Wettbewerb teil (bald dazu mehr).
Das gleiche Ziel haben weitere Projektgruppen: Fee und Shahed (beide Q2) schauen sich Fake-Honig genauer an. Betreut werden sie von Herrn Croll, genau wie Lea, Leni und Marie (alle E2), die gerade noch ein Thema suchen. Herr Starck betreut Lea, Nicole und Sheila (alle E2), die ebenfalls ein neues Projekt starten.
Jugend forscht an der Edertalschule – es bleibt spannend.

