20 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Frankenberger Edertalschule waren in Athen. Sie nahmen dort an einer fünftägigen Projektfahrt teil.
Das Besondere an der Reise in die griechische Hauptstadt war, dass die Kosten nicht allein von den Schülern getragen werden mussten, sondern zu einem großen Teil von der Europäischen Union übernommen wurden. 81 Prozent der Kosten wurden übernommen, die Schüler mussten nur jeweils 150 Euro selbst zahlen. Das Projekt Erasmus+ soll die europaweite Zusammenarbeit in allen Bildungsbereichen fördern und richtet sich an Bildungseinrichtungen. Das Projekt ist 2021 gestartet und läuft noch bis 2027. Es verfügt über ein Budget von rund 26 Milliarden Euro.
Zum dritten Mal in Folge fand die Fahrt dieses Jahr an der Edertalschule statt. Auch nächstes Jahr sei eine Wiederholung geplant, unter anderem, da die Resonanz sehr positiv gewesen sei, berichtet der Erasmus-Koordinator und Lehrer Alexander Bunte, der auch durch Erasmus+ finanzierte Lehrerfortbildungsreisen organisiert.
Obwohl die Stadt Athen ein schönes Urlaubsziel und sicher einen Besuch wert ist, handelte es sich bei dem Besuch um mehr als eine Vergnügungsfahrt. Wie die teilnehmende Schülerin Stine Kromberg berichtet, befasste sich die Gruppe ausführlich mit dem Ursprung der Demokratie, der in Athen liegt. Die Schüler diskutierten kritisch darüber, ob es im alten Griechenland überhaupt schon eine Demokratie gegeben habe. Außerdem seien spannende Einblicke in die griechische Kultur und das Leben in Athen geboten worden, ergänzte Alexander Bunte.
Diese Möglichkeit erhielten die Schüler durch die enge Zusammenarbeit mit einer Partnerschule, einem Gymnasium in Athen. Dort wurde nicht nur der Unterricht besucht, sondern auch an zwei Tagen gemeinsam mit den griechischen Schülern an Projekten zum Thema Demokratielernen sowie Leben in Europa gearbeitet. „Es war definitiv eine prägende Erfahrung“, sagte Stine Kromberg. Naemi Franz berichtete, die griechischen Schüler seien sehr herzlich und offen gewesen. Ihre Meinung wurde von vielen der Teilnehmer geteilt.
Durch die Erfahrung konnte die Gruppe Vergleiche zwischen dem griechischen Gymnasium und der Edertalschule ziehen. Der Umgang innerhalb der Klasse sei dort lebhafter gewesen, außerdem habe es eine Technikklasse gegeben, um das Programmieren zu erlernen. Deutschkurse seien in der Schule auch angeboten worden.
Neben dem Besuch der Schule standen noch einige weitere Punkte auf dem Programm der Gruppe aus Frankenberg. Die Gruppe unternahm eine Besichtigung der Akropolis mit dem Parthenon-Tempel. Auch das Akropolismuseum ließen sich die Schüler nicht entgehen. Der Pnyx-Hügel wurde besucht. Es gab eine Exkursion zum Kap Sounion, eine Sonnenuntergangstour. Der Ausflug dauerte ganze sechs Stunden, allerdings habe er sich gelohnt: Teilnehmerin Anouk Schmidt empfand ihn als ihr persönliches Highlight der Reise. Gemeinsam mit der Partnerschule wurde auch der Umweltpark Antonis Tritsis besichtigt.
Übernachtet haben die Edertalschüler in einem Hostel in Athen, das sie als modern eingerichtet und mit einer auffallend schönen Dachterrasse in Erinnerung behielten. Das gemeinsame Verbringen der Abende auf dieser Dachterrasse habe ein schönes Gefühl von Gemeinschaft erzeugt und die Gruppe zusammengeschweißt. „Für viele Teilnehmer war es nachhaltig ein tolles Erlebnis, es ist prägend für die eigene Entwicklung und die Entwicklung neuer Freundschaften“, sagt Lehrerin Verena Wickles, die neben Lehrer Maximilian Ulbricht die Schüler nach Athen begleitet hat. Stine Kromberg erzählt, sie habe sich seit Langem nicht mehr so lebendig gefühlt wie auf dieser Reise.
Pauline Flach / HNA



