Während viele Abiturientinnen und Abiturienten nach ihrem Schulabschluss zunächst ein Studium, eine Ausbildung oder ein Freiwilliges Soziales Jahr in Deutschland beginnen, zieht es einige direkt ins Ausland. So auch die beiden diesjährigen Absolventen Enzo Eimeke und Josephine Wahl, die sich auf ganz unterschiedliche Weise auf ein spannendes Jahr beziehungsweise mehrere Jahre im Ausland vorbereiten.
Studium und Tennis in den USA
Für Enzo Eimeke geht es Anfang August in die USA. Am Carthage College in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin wird er Marketing / Marketing-Management studieren. Das Studium ist auf vier Jahre angelegt und bietet ihm die Möglichkeit, Studium und Leistungssport miteinander zu verbinden.
Als Mitglied des College-Tennisteams wird Enzo seine Hochschule bei Wettkämpfen vertreten. Dieses in den USA weit verbreitete Modell ermöglicht es vielen Studierenden, durch sportliche Leistungen finanzielle Unterstützung für ihr Studium zu erhalten. Da die Studiengebühren in den Vereinigten Staaten sehr hoch sind, helfen Stipendien und Fördermittel dabei, die Kosten zu reduzieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf dem Campus zu arbeiten.
Die USA sind für Enzo kein unbekanntes Terrain. Bereits während der E-Phase verbrachte er ein Jahr bei einer Gastfamilie in Kansas City. Dort verbesserte er seine Englischkenntnisse und lernte das Land näher kennen. Die Erfahrungen aus diesem Auslandsaufenthalt bestärkten ihn in seinem Wunsch, später zum Studium in die USA zurückzukehren.
Der Bewerbungsprozess verlief anders als bei deutschen Hochschulen. Zum einen gibt es die Möglichkeit, sich über Common App gleichzeitig an vielen verschieden Universitäten zu bewerben, oder man bewirbt sich individuell an seiner Wunschuniversität.
Enzo knüpfte über Tennis-Coaches Kontakte zu verschiedenen Colleges. Neben Schulzeugnissen mussten unter anderem Ergebnisse des ACT-Tests, Finanzierungsnachweise sowie sportliche Referenzen wie Ranglisten und Spielvideos eingereicht werden.
Künftig wird er auf dem Campus wohnen und sich als sogenannter „Freshman“ ein Zimmer mit einem Mitbewohner teilen. Das erste Jahr wohnen alle Studierenden auf dem Campus, erst danach kann man auch privat eine Unterkunft beziehen. Seinen zukünftigen Mitbewohner hat Enzo schon online kennengelernt.
Ein Freiwilligendienst in Brasilien
Für Josephine „Josi“ Wahl beginnt ebenfalls im August ein neues Kapitel. Sie wird für ein Jahr nach Gravatá in der Nähe von Recife in Brasilien reisen und dort einen Freiwilligendienst absolvieren. Organisiert wird dieser über das Evangelisch-Lutherische Missionswerk (ELM) im Rahmen des weltwärts-Programms.
Josi wird in einem Gemeindezentrum mit Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis 17 Jahren arbeiten. Vormittags werden dort jüngere Kinder betreut, nachmittags besuchen viele Schulkinder die Einrichtung. Zu den Aufgaben gehören unter anderem Bastel- und Spielangebote, Hausaufgabenbetreuung oder die Mitgestaltung von Veranstaltungen wie Kindergottesdiensten und Sportfesten. Eigene Ideen und Projekte sind ausdrücklich willkommen.
Auf die Idee eines Freiwilligendienstes im Ausland kam Josi auch durch ihre Familie. Ihre beiden Brüder haben ebenfalls nach der Schule einen einjährigen Freiwilligendienst in Südafrika beziehungsweise Argentinien absolviert.
Informiert hat Josi sich nicht nur bei ihren Brüdern, sondern vor allem auf der Homepage von weltwärts. Nach mehreren Online-Bewerbungsgesprächen entschied sie sich für das ELM als Organisation, dessen Konzept sie besonders überzeugte. Die Organisation übernimmt auch die Flugkosten und zahlt ein monatliches Taschengeld von 200€, außerdem erhält Josi weiterhin Kindergeld, um ihren Lebensunterhalt vor Ort zu finanzieren. Tatsächlich war Gravatá „nur“ Josis Viertwunsch, nach Sambia, Buenos Aires und São Paulo, aber jetzt ist sie sehr glücklich über die Auswahl.
Während ihres Aufenthalts wird sie gemeinsam mit einer anderen deutschen Freiwilligen in einer Wohnung in der Nähe des Gemeindezentrums wohnen. Eine besondere Herausforderung wird zunächst die Sprache sein: Portugiesisch spricht sie bisher noch nicht, bringt aber Vorkenntnisse in Spanisch mit.
Zur Vorbereitung gehören mehrere Seminare in Deutschland sowie weitere Treffen mit anderen Freiwilligen während des Jahres in Brasilien. Trotz der vielen organisatorischen Schritte und der bevorstehenden Herausforderungen - so darf sie erst nach einem halben Jahr Besuch empfangen - blickt Josi voller Vorfreude auf die Erfahrungen, die sie in Südamerika sammeln wird.
Erfahrungen sammeln und neue Wege gehen
Ob Studium in den USA oder Freiwilligendienst in Brasilien – beide Wege zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten nach dem Abitur sind. Enzo Eimeke und Josephine Wahl verlassen ihre gewohnte Umgebung, um neue Erfahrungen zu sammeln, andere Kulturen kennenzulernen und sich persönlich weiterzuentwickeln.
Die Edertalschule wünscht beiden für ihre Zeit im Ausland viele bereichernde Begegnungen, spannende Erfahrungen und einen erfolgreichen Start in diesen neuen Lebensabschnitt.

