Das Schulvivarium

Das Schulvivarium

Tiere in der Schule! - Seit Februar 2012 ist die Fachschaft Biologie der Edertalschule dabei, diesem oft geäußerten Wunsch ihrer Schülerinnen und Schüler nachzukommen. Die ETS hat nun ein Schulvivarium!

Bisher sind die Sammlung mit den vielen Tierpräparaten, die Aquarien in den Fachräumen und vor allem die beiden großen Schauaquarien im Flur der Biologie von großer Anziehungskraft für Schülerinnen und Schüler, aber auch Eltern gewesen, wenn sie am Elternsprechtag oder am Tag der offenen Tür unsere Schule besuchen.

Nun spricht sich langsam herum, dass da zunehmend mehr geheimnisvolle Lebewesen hinter den Türen der Biosammlung ihr Quartier beziehen. Was für die Mitglieder der kleinen, aber feinen Vivarium-AG schon zur Routine gehört, weckt die Neugier von immer mehr Interessierten. Von 30 cm langen Tausendfüßlern ist die Rede, von Vogelspinnen und sogar Skorpionen. 

Es soll da Insekten geben, die als welke Blätter getarnt und kaum zu entdecken sind, aber auch riesige Fangschrecken, die wie Aliens aussehen und gefangene Beutetiere offensichtlich genüsslich lebendig verspeisen, Krallenfrösche und Rotbauchunken hausen da und Schnecken, die Eier legen, so groß wie Amseleier.

 

Die Biologie der ETS beherbergt in ihren Räumen nun schon über 25 Tierarten und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange! Weitere werden folgen. 

 

Nicht viele Schulen leisten sich ein Vivarium, eine Anlage zur Haltung von (meist wechsel-warmen) Kleintieren. Zu viel Arbeit, zu hohe Kosten, wer kümmert sich darum in den Ferien? – Das muss natürlich bedacht werden. Und trotzdem ist die ETS dank der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein diesen Schritt gegangen.

Es gibt eine ganze Reihe von  Tierarten, die gut in der Schule gehalten werden können. Diese Tiere müssen verschiedene Kriterien erfüllen: Sie sollen natürlich interessant sein, sie sollen verschiedene Tiergruppen repräsentieren, sie müssen robust und pflegeleicht sein, sodass man sie auch einmal eine Woche allein lassen kann, und sie dürfen selbstverständlich auch nicht gefährlich sein. Solche Tiere haben wir, sogar große Skorpione und Vogelspinnen! Der Nutzen für den Biologieunterricht liegt auf der Hand. Lebende Tiere sind schon wegen ihrer emotionalen Wirkung durch nichts zu ersetzen. Wer als Schüler die Riesendornschrecke auf der Hand halten durfte (oder sollte), erzählt das noch seinen Enkeln. Und Lernen wird durch Tiere anschaulicher: Geht es im Biounterricht zum Beispiel um Insekten, Weichtiere, Amphibien oder Fische, kann man jetzt lebendige Vertreter dieser Tiergruppen im Unterricht vorführen. Geht es um die Verhaltenslehre, zum Beispiel um instinktives Beutefangverhalten, kann man dieses bei den Gottesanbeterinnen, den Rotbauchunken oder den Krallenfröschen direkt beobachten.

Wenn Tarnung durch Nachahmung von Gegenständen der Umwelt (Mimese) gezeigt werden soll, haben wir jetzt zum Beispiel das Wandelnde Blatt, das wie ein Blatt aussieht und sich noch dazu wie ein Blatt im Wind bewegt. Wenn wir Temperatur- oder Feuchtigkeitsvorlieben von Tierarten zeigen wollen, können wir das mit unseren Fauchschaben demonstrieren, die sich, entsprechend ihrem natürlichen Lebensraum, am liebsten im mittelfeuchten Milieu aufhalten.

 

Neben diesen fachwissenschaftlichen Aspekten spielt noch ein weiterer sozial-pädagogischer eine wichtige Rolle. Wer sich in der Vivarium-AG bei diesem „Schulzoo“ als „Tierpfleger“ verpflichtet, muss das auch „durchziehen“.

 

Die Tiere müssen versorgt werden, auch wenn ich  heute vielleicht „schlecht drauf“ bin, „keinen Bock“ habe oder wenig Zeit. Die Tierchen zwingen mich manchmal dazu, mich zusammenzureißen. Dafür werden sie bleibende Erinnerungen an meine Schulzeit an der ETS hinterlassen. 

Andreas Heß

 

 

 

 

 

 

 

 


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