
MINT bezeichnet als Abkürzung die Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und stellt neben dem musikalischen Schwerpunkt ein weiteres Aufgabenfeld dar, auf dem sich unsere Schule besonders engagiert.
Unser MINT-Konzept, das in den verschiedenen Jahrgangsstufen ansetzt, um Interesse zu wecken und eine breite Förderung zu ermöglichen, stellt sich wie folgt dar:
Deutschland befindet sich als Exportnation im ständigen Wettbewerb, konkurrenzfähige Produkte herzustellen. Diese müssen durch Qualität und Innovationen überzeugen. Es sind die Mathematiker, Ingenieure, Informatiker, Physiker, Biologen und Chemiker, die diese Weiterentwicklung vorantreiben und somit letztendlich den Wohlstand in unserer Gesellschaft sichern. Sie sind es auch, die die technischen Lösungen anbieten werden, um die großen Herausforderungen der Zukunft (z. B. Klimawandel, Mobilität, Energiesicherheit, Versorgung einer wachsenden Welt-bevölkerung) erfolgreich zu bewältigen.
Die Edertalschule ist bestrebt, im MINT-Bereich die individuellen Fähigkeiten und Neigungen unserer Schülerinnen und Schüler besonders zu fördern, um auf diese Weise das Interesse für naturwissenschaftliche Studiengänge und Ingenieurberufe zu wecken bzw. zu verstärken. Die besondere Bedeutung dieser Bestrebungen wird durch unsere Mitgliedschaft im Verein MINT-EC http://www.mint-ec.de/ unterstrichen, die es uns ermöglicht, den mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt angemessen zu vertiefen.
Experimentelles Arbeiten ist dabei ein wesentlicher Baustein in unserem MINT-Konzept, welches sowohl in der Physik (Alltagsphysik: Reihen-, Parallelschaltungen,...) als auch in der Chemie (Alltagschemie: Herstellung von Seife, Fettcremes, ...) einerseits einen Motivationsfaktor, andererseits aber auch die Grundlage für vertieftes naturwissenschaftliches Arbeiten darstellt.
Frankenberg, 29. Oktober 2024 – In der Kulturhalle der Edertalschule herrschte gespannte Aufmerksamkeit, als Dr. Leonie Wenz, renommierte Klimaforscherin und stellvertretende Abteilungsleiterin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), vor den Jahrgängen 10 und 11 sowie naturwissenschaftlichen Kursen der Oberstufe über die drängenden Fragen des Klimawandels sprach. Dr. Wenz, die selbst
in Haina aufwuchs und ihr Abitur an der Edertalschule ablegte, kehrte mit ihrer Expertise und einer eindringlichen Botschaft an ihre alte Schule zurück.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Markus Koch eröffnete Dr. Wenz ihren Vortrag mit einer klaren und wissenschaftlich fundierten Analyse des Klimawandels. Sie zeigte auf, dass die Erderwärmung und die Häufung von Extremwetterereignissen eindeutig auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen sind. Ihre Präsentation, untermalt von aufrüttelnden Grafiken und Statistiken, verdeutlichte, dass die Klimaveränderungen immer schneller voranschreiten und sofortiges Handeln erfordern.
Im interaktiven zweiten Teil des Vortrags lenkte sie den Blick auf die weitreichenden Folgen der Erderwärmung. In einer kurzen Denkpause konnten die Schülerinnen und Schüler überlegen, welche Bereiche ihres Lebens vom Klimawandel betroffen sein könnten – von der Landwirtschaft bis hin zur Gesundheit. Besonders alarmierend: In den Staaten des globalen Südens könnten die Temperaturen in wenigen Jahrzehnten an vielen Tagen so hoch werden, dass ein Leben dort unmöglich wird, wenn keine konsequenten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. "Es gibt viel zu tun, aber jeder von uns kann einen Beitrag leisten," ermutigte Dr. Wenz ihr Publikum.
Abschließend gewährte die promovierte Mathematikerin Einblicke in ihre Arbeit am PIK. Mit Hilfe mathematischer Modelle analysiert ihr Team die wirtschaftlichen und sozialen Kosten des Klimawandels und liefert wertvolle Daten für politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Damit schließt sich der Kreis zwischen wissenschaftlicher Forschung und konkretem Handeln.
Im Anschluss stellten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Fragen, die Dr. Wenz mit Fachwissen und Begeisterung beantwortete. Sie scheute sich nicht, auch komplexe Zusammenhänge verständlich zu erläutern, und regte die jungen Zuhörer dazu an, selbst aktiv zu werden.
Fachbereichsleiter Herr Jens Jesberg bedankte sich herzlich bei Dr. Wenz für ihren beeindruckenden Vortrag und betonte die Bedeutung wissenschaftlicher Aufklärung im Kampf gegen den Klimawandel. "Es ist inspirierend, eine ehemalige Schülerin der Edertalschule zu sehen, die international Anerkennung für ihre Arbeit findet und ihr Wissen an die nächste Generation weitergibt."
Der Besuch von Dr. Wenz war nicht nur eine eindringliche Mahnung zur Dringlichkeit des Klimaschutzes, sondern auch eine motivierende Botschaft: Wissenschaft und Engagement können eine nachhaltige Zukunft gestalten.
Wir, der Chemie LK von Herrn Croll der Q2, sind auf eine Exkursion nach Hatzfeld zu H&V (Hollingsworth & Vose) gefahren.
H&V ist eins der weltweit führenden Unternehmen in der Filterindustrie. Hier werden hochkomplexe Filter für Spezialanwendungen, z.B. zur Säuberung von Luft, Flüssigkeiten etc. hergestellt. Die Herstellung erfolgt über Papier-, Glas- oder Kunststofffasern.
Thematisch passte die Exkursion gut, da wir bereits im Unterricht Einblicke in die Kunststoffchemie hatten und Kohlenhydrate (u.a. Cellulose) ebenfalls schon behandelt wurden.
Zunächst wurde uns von Herrn Schüngel das Unternehmen, seine Geschichte und die beruflichen Möglichkeiten, welche bei H&V offenstehen, vorgestellt.
Zu Beginn der Führung bekamen wir einen Einblick in die Testlabore. In diesen Bereich werden die fertigen Produkte auf ihre Qualität getestet oder auch Konkurrenzprodukte analysiert. Hier werden u.a. Lichtmikroskope und auch Rasterelektronenmikroskope zur Untersuchung und Betrachtung der Materialstruktur genutzt, aber auch sehr spezielle Analysegeräte.
Nach dem Labor ging es zur Papierherstellung. Für diese werden große Mengen an Wasser pro Stunde benötigt, welche aus der Eder genommen werden. Das Wasser wird jedoch nicht verbraucht, sondern nach gründlicher Reinigung zurück in die Eder entlassen. Die in diesem Prozess hergestellten Papierfasern werden danach flächig auf ein Fließband gegeben, wo es dann durch ein Dampfverfahren trocknet. Die fertigen Filterpapiere werden dann auf große Rollen aufgewickelt und in der Regel zur Imprägnierung gebracht, wodurch es eine höhere Stabilität erhält, damit das Papier nicht beim Kontakt mit Wasser kaputt geht.
Anschließend ging es für uns zur Qualitätskontrolle: Hier wird die Qualität der eintreffenden Ware und des Wassers überprüft, damit auch eine gute Qualität der Produkte gewährleistet werden kann.
Zuletzt gingen wir zur Herstellung der Filter auf Kunststoff-Basis: Hier kommen zwei verschiedene Herstellungsverfahren zur Anwendung, woraus Produkte mit unterschiedlichen Porengrößen ergeben. Im sogenannten „Melt-Blow“ Verfahren können Poren im Mikrometer Bereich erzeugen werden. Beim zweiten Verfahren, welches wir uns angeguckt haben, werden fertige Faserballen aufgerissen, bis die einzelnen Fasern weiterverarbeitet werden. Diese Fasern werden dann gleichmäßig auf einem Filz verteilt und verdichtet, sodass Poren im Millimeterbereich entstehen.
Der Ausflug zu H&V war ein schöner Einblick in die Arbeitswelt und besonders durch die vielen verschiedenen Bereiche und Arbeitsabläufe sehr interessant. Für uns alle war es ein klasse Tag, an dem wir viel gelernt haben.
Robin Rauch, Q2
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